Montag, 16. April 2018

Rezension: Gossip Girl 01 - Ist es nicht schön, gemein zu sein? von Cecily von Ziegesar

Titel: Gossip Girl 01 - Ist es nicht schön, gemein zu sein?
Originaltitel: Gossip Girl - Nothing can keep us together
Autor: Cecily von Ziegesar
Verlag: cbj
Seitenzahl: 256 Seiten
Preis: Den Roman gibt es nach meinen Kenntnissen nur noch antiquarisch oder als Hörbuch zu kaufen.
ISBN: 978-3-570-30208-8

 
Handlung:
Auf der Upper East Side liest jeder Jugendliche, der etwas auf sich hält den anonymen Internetblog von Gossip Girl. Das Hauptthema des Blogs sind Partys, Geheimnisse und Gerüchte, die von den Freunden von Serena und Blair handeln.


Nachdem Serena Hals über Kopf New York verlassen hat und auf ein Internat gegangen ist, kehrt sie nun wieder in die Stadt zurück. Doch nicht jeder ist begeistert von der Rückkehr, besonders nicht Blair, die von ihrer besten Freundin sitzen gelassen wurde und nur spärliche Informationen über Serena´s neues Leben erhalten hat. Noch dazu fühlt sich Blair neben Serena immer bedeutungslos und außerdem hat diese auch ein Auge auf Blair´s Freund Nate geworfen.
Anonym werden dem Internetblog „Gossip Girl“ Gerüchte zugesandt, die alle ein Ziel haben: Serena schlecht dastehen zu lassen. So etabliert Blair nicht nur ihre Stellung bei den Freunden, sondern will auch ihre Beziehung schützen. Doch Serena gibt nicht einfach so auf...


Meinung:
Schon als ich angefangen habe, die Serie zu schauen, war mir klar, dass ich auf jeden Fall auch die Bücher dazu lesen will. Nun ist es schon wieder ein bisschen her, seitdem ich die Serie fertig geschaut habe und habe mir nun endlich die ersten 5 Teile zugelegt und konnte es gar nicht abwarten, mit dem Lesen zu beginnen. Und ich muss sagen: ich bin begeistert.


Von Freunden habe ich schon gehört, dass die Charaktere anders dargestellt werden und ich bin ohne Erwartungen in das Buch gestartet. Ich wollte mich vollkommen darauf einlassen und von dem Buch gefangen nehmen lassen. Das fiel mir sehr leicht.


Grandios werden die Skandale und Geheimnisse rund um das Leben auf der Upper East Side dargestellt und gezeichnet. Vieles mutet absurd an, trotzdem ist es lebendig und auch amüsant geschildert.


Die Schreibweise ist sehr locker und schonungslos, es werden Kraftausdrücke genutzt, wodurch vieles noch mehr schockt. Gleichzeitig ist aber auch vieles humorvoll und lustig geschildert, sodass ich beim schmunzeln mehrmals schmunzeln musste. Ich konnte das Buch sehr leicht und flüssig lesen, es ist nicht die höchste Literatur, jedoch unglaublich angenehm zu lesen und ein gutes Buch für zwischendurch.


Die Charaktere fand ich alle interessant und klar gezeichnet, sie spiegeln perfekt verwöhnte, reiche Sprösslinge wieder, die wissen, dass ihre Zukunft abgesichert ist und sie im Leben kaum etwas befürchten müssen. Deshalb führen sie einen recht lockeren Lebensstil mit Partys, Alkohl, Drogen und Sex, kümmern sich kaum ihre Zukunft, weil sie von ihrer Gesellschaft immer aufgefangen werden. Dabei mögen sie für manche in ihrer Darstellung teilweise recht eintönig und monoton auftauchen, für mich jedoch nicht. Ich fand alle einzigartig dargestellt und jeder einzelne hatte Wiedererkennungsmerkmale, die es mir ermöglicht haben, sie mir vorzustellen.


Sehr schön finde ich die virtuellen Beiträge, die im Stil einer Klatschseite im Internet dargestellt sind. Sie lockern den Roman noch mehr auf und machen ihn zu etwas Besonderem. Die Beiträge sind immer sehr gut in die Geschichte einbezogen und fassen gerade gelesenes humorvoll zusammen.


Es gibt nicht eine Hauptperson, welche man als Leser während des Romans begleitet, sondern es gibt Perspektivenwechsel zwischen den verschiedenen Personen. Dabei gibt es auch häufigere kleine Sätze, die sich eindeutig der Person „Gossip Girl“ zuordnen lassen, sodass es den Eindruck hat, dass man die Geschehnisse zusammen mit ihm / ihr erlebt.
Während eines Kapitels gibt es auch häufiger Perspektivenwechsel, diese sind jedoch immer rund und haben mich nicht im geringsten gestört.


Fazit:
Von der ersten bis zur letzten Seite habe ich das Lesen genossen und hätte am liebsten direkt die weiteren Bücher der Reihe verschlungen. Mir fällt nichts ein, was mir an dem Roman nicht gefallen hat und bin daher schon gespannt auf die folgenden Teile.


Bewertung: 5 von 5 Sternen

 
MarySophie

Sonntag, 15. April 2018

Rezension: Der Letzte von Uns von Adélaïde de Clermont-Tonnerre

Titel: Der Letzte von uns
Originaltitel: Le dernier de nôtres
Autor: Adélaïde de Clermont-Tonnerre
Verlag: Rütten & Loening
Seitenzahl: 464 Seiten
Preis: 18,00 €
ISBN: 978-3-352-00908-2


Handlung:
Dresden, Zweiter Weltkrieg
Schwer verwundet und dem Tod ins Auge blickend bringt Luisa ihren Sohn zur Welt. Um sie herum wird die Stadt Dresden niedergebombt und auch Luisa weiß, dass sie nicht mehr lange zu leben hat. Ihr größter Wunsch ist es, zu wissen, dass ihr Sohn überlebt und den Namen beibehält, denn sie geht davon aus, dass er der Letzte männliche Nachkomme der Familie ist.


Manhattan 1970er Jahre
Werner besitzt zusammen mit seinem Freund Marcus eine Baufirma. Sie sind beide jung und amitioniert und haben große Pläne für die Zukunft. Bis Werner eines Tages Rebecca kennenlernt und sich auf den ersten Blick in die junge Frau verliebt. Rebecca ist eine junge Dame, die ihre Ausstrahlung genau einzusetzen weiß und entstammt aus einer reichen und bekannten New Yorker Familie. Schnell finden die Beiden zusammen und gehen eine stürmische Beziehung ein. Bis Rebecca ohne Vorwarnung den Kontakt zu Werner abbricht und verschwindet. Daraufhin kommt Werner einer Wahrheit immer näher, die er nicht glauben will.


Meinung:
Das Cover finde ich ansprechend und es ist mir auch schon in der Buchhandlung meines Vertrauens ins Auge gesprungen. Mir gefallen die hellen Töne, die größtenteils gewählt wurden, vermischt mit der dunklen Silouhette der Dame auf dem Bild. Es wirkt unbeschwert und befreiend, verspricht eine tolle Geschichte und sieht wunderschön aus.


Nachdem mir die Leseprobe gut gefallen hat, war ich gespannt darauf, das Buch zu lesen. Ich wollte wissen, wie es weitergeht und habe mich richtig auf das Lesen gefreut. Leider muss ich sagen, dass diese Freude dann recht schnell abgeflaut ist.
Dies lag einzig und allein an den Abschnitten aus Manhattan der 1970er Jahre. Ich fand diese emotionslos und auch recht langweilig, zudem war mir die Liebesgeschichte von Rebecca und Werner zu konstruiert und unrealistisch, sowie hat sie mir eine zu große Rolle im Roman eingenommen. Dieser Abschnitte haben mir viel Freude am Lesen genommen und ist für mich der größte Kritikpunkt an dem Roman.


Glücklicherweise war die Schreibweise sehr angenehm, es gab eine Abwechslung von humorvollen Gesprächen und ernsten Dialogen, insgesamt war der Roman sehr locker geschrieben und hat mich in diesem Aspekt vollkommen überzeugt. Besonders gut geschrieben fand ich die dargestellten Ereignisse aus dem Weltkrieg. Sie wirkten sehr lebendig und realistisch, teilweise konnte ich mir so vieles bildlich vorstellen, dass ein Film vor meinen Augen ablief.


Die Geschehnisse des Romans werden zu unterschiedlichen Zeiten erzählt, zum einen begleitet man Werner als Baby und erfährt, wie er geboren wurde, wer seine Verwandten sind, sowie wie er von Dresden in die USA kam. Auf der anderen Zeitebene ist Werner erwachsen und lebt in Manhattan (in den 1970ern). Diese Abwechslung der Zeiten fand ich gut, mir gefällt dies in Büchern meistens, wobei ich bei diesem Roman sagen muss, dass für mich lediglich die Ereignisse um den Zweiten Weltkrieg interessant waren. Die Abschnitte aus Manhattan habe ich teilweise nur überflogen, weil sie mich einfach nicht fesseln konnten. Lediglich im letzten Teil des Romans habe ich diese Abschnitte aufmerksamer gelesen, da hier die Geschichte aufgelöst wird und Geheimnisse ans Licht kommen. Ansonsten fand ich die Kriegserlebnisse durchweg spannender und interessanter.


Obwohl am Anfang eines jeden Kapitels angegeben wurde, in welchem Jahr die Handlung gerade stattfindet, finde ich diese doch sehr sprunghaft. So vergehen zwischen zwei Kapiteln aus den 1970er Jahren plötzlich Jahre und es gibt keine Details, was in der Zwischenzeit passiert ist. Das hat mich immer verwirrt, weil es keine signifikanten Details gab, die diesen Aspekt deutlich machen.


Während ich die Protagonisten anfangs noch interessant fand und darauf gespannt war, wie sie miteinander verwickelt sind, musste ich diese Meinung schnell revidieren. Sie waren mir entweder zu schwach gezeichnet, oder ich fand sie durch ihre Handlungen und Gespräche langweilig und eintönig. Es gibt für mich keinen Charakter, der sich durch irgendeine Handlung hervorgehoben hätte, sie wirken alle recht stereotyp.
Wie schon erwähnt, vergehen in der Handlung einige Jahre (fast 10 Jahre). Hierbei hat es mich auch gestört, dass die Charaktere sich scheinbar nicht weiterentwickelt haben oder verändert haben. Sie treten noch genauso wie am Anfang auf und scheinen aus ihren Handlungen nichts dazu gelernt zu haben.


Fazit:
Die Idee des Romans fand ich sehr gut, jedoch hat es mir bei der Umsetzung gehapert. Besonders positiv fand ich die Schreibweise, die sehr angenehm zu lesen war, der Rest konnte mich meist nur teilweise überzeugen und die Ereignisse rund um Werner und Rebecca waren mir stets zu übertrieben und unpassend.


Bewertung: 3 von 5 Sternen

MarySophie

Samstag, 14. April 2018

Rezension: Die Arznei der Könige von Sabine Weiß

Titel: Die Arznei der Könige
 Autor: Sabine Weiß
 Verlag: Bastei Lübbe
 Seitenzahl: 637 Seiten
 Preis: 11,00 €
 ISBN: 978-3-404-17646-5




Handlung:
Lüneburg im 14. Jahrhundert
Die verwitwete Jakoba lebt in einem Kloster, wo sie kurz davor steht, endgültig als Nonne aufgenommen zu werden. Jakoba ist dort recht glücklich, besonders da sie ihrer Bestimmung nachgehen kann und als Krankenpflegerin agieren kann.
Eines Tages erscheint Jakoba´s Bruder und will, dass sie eine neue Ehe eingeht. Zu ihrem Unwillen und unter großem Drang willigt die junge Frau in die Ehe ein und bereut dies schon bald. Ihr Mann geht äußerst brutal mit ihr um, misshandelt und schlägt sie. Als er einem Unfall zum Opfer fällt, sieht Jakoba nur einen Ausweg: soweit wie möglich von Lüneburg zu fliehen.
Unterwegs trifft sie den Theriak-Krämer Arnold und seine Frau Mona. Jakoba schließt sich ihm an und während der Reise erfährt sie nicht nur einiges weiteres über die Heilung von Erkrankungen und Verletzungen, sondern sie kommt auch dem Rezept des Theriaks in Berührung, der „Arznei der Könige“. Jakoba erlangt schnell einen guten Ruf als Heilerin, jedoch gibt es auch Feinde, die nachc Jakoba suchen.


Meinung:
Das Cover finde ich ansprechend, besonders gefällt mir, dass schon auf den ersten Blick erkennbar, dass es sich um einen historischen Roman handelt. Mir gefallen die Farbtöne, die gemischt wurden, sie passen sehr gut zusammen und machen das Gesamtbild rund. Besonders toll finde ich die Stickereien auf dem Kleid, sie sehen wunderschön aus und sind ein Blickfang.
Toll finde ich auch die kleine angedeutet Stadt im Hintergrund, sie geben dem Cover einen nostalgischen Charme und machen es erst richtig perfekt. 



Positiv ist mir direkt aufgefallen, dass es ein Personenverzeichnis gibt, in dem nicht nur gekennzeichnet wurde, welche Personen historisch verbürgt sind, sondern es wurden auch die Orte dazugeschrieben, in denen ein Charakter jeweils auftaucht.



Mit den Protagonisten habe ich mich teilweise schwer getan. Jakoba selbst ist ein sehr interessanter Charakter und eine tolle Persönlichkeit, ich habe sie gern begleitet und im Verlauf des Romans großen Respekt für die junge Frau entwickelt. Des weiteren ist es der Autorin sehr gut gelungen, Jakoba lebendig und authentisch darzustellen, sodass sie für mich greifbar war.
Ihre Reisegfähren Mona und Arnold fand ich auch sehr toll gezeichnet, die restlichen Charaktere fand ich teilweise sehr unscharf dargestellt, sie wirkten steif und konnten mich entweder gar nicht oder erst nach vielen Kapiteln überzeugen.
Es wurden historisch verbürgte Personen in den Roman einbezogen, jedoch hätte ich mir gewünscht, dass noch ein paar mehr aufgetaucht wären, um den Roman noch authentischer wirken zu lassen. So war zwar beim Lesen deutlich bemerkbar, dass die Autorin sich in die Geschichte gut eingelesen hat und dieses Wissen auch an den Leser übertragen kann, jedoch tauchten mir zu viele fiktive Charaktere auf.



Während des Verlaufs des Romans reist Jakoba durch weite Teile des Kaiserreichs, als auch durch Frankreich und Italien. Um sich die Reiseabschnitte besser vorstellen zu können war die Karte im Buchumschlag sehr hilfreich.





Der Roman lässt sich sehr angenehm lesen, es gab eine gelungene und nicht zu häufige Einbeziehung von mittelalterlichen Begriffen und Dialekten. Diese haben dazu beigetragen, dass der Roman authentischer und auch greifbarer wurden.
Die Spannungskurve war durchweg sehr hoch, mir fiel es sehr schwer, das Buch aus der Hand zu legen, weil ich am liesten immer sofort weitergelesen hätte und erfahren wollte, was Jakoba als Nächstes erleben wird. Es gab jedoch auch immer mal wieder einen Abschnitt, der ruhiger war und wo man ein bisschen Luft holen konnte und sich auf weitere Hürden und Geschehnisse einstellen konnte.


Fazit:
Erzählt wird die eindrucksvolle Geschichte von Jakoba, einer Heilerin aus dem Mittelalter und die Geschichte des Theriaks. Von Beidem habe ich bisher noch nie etwas gehört und dadurch konnte ich durch den Roman einiges lernen.
Eine sehr interessante Geschichte, die noch kleine Verbesserungspunkte hat, mir jedoch zu großen Teilen sehr gut gefallen hat. 



Bewertung: 4 von 5 Sternen



MarySophie