Sonntag, 18. März 2018

Rezension: Mademoiselle Coco und der Duft der Liebe von Michelle Marly

Titel: Mademoiselle Coco und der Duft der Liebe
Autor: Michelle Marly
Verlag: Aufbau Verlag
Seitenzahl: 496 Seiten
Preis: 12,99 €
ISBN: 978-3-7466-3349-7 


Handlung:
Paris 1919:
Coco Chanel hat es erfolgreich geschafft, das Modeimperium Chanel aufzubauen. Ihre Kreationen sind weit bekannt und die Kundinnen reißen sich um die Kleider. Auch privat läuft es rund für die Französin, zusammen mit ihrem Geliebten Arthur Chapel, Spitzname Boy, lebt sie glücklich zusammen, auch wenn immer der Schatten auf der Beziehung liegt, dass er verheiratet ist. Es ist ein riesengroßer Schock für Coco, als sie von dem Tod ihres Geliebten erfährt, sie fällt in tiefe Trauer. Der Gedanke, ihm ein Parfüm zu widmen, verleiht ihr neue Tatkraft. Während der Herstellungsphase, trifft Coco verschiedene Persönlichkeiten, u.a. den Komponisten Igor Strawinsky und Dimitri Romanov. Sie reist durch Frankreich, um den perfekten Duft zu finden und geht in dieser Zeit einige Romanzen ein.


Meinung:
Wie bei den anderen Künstler-Biographien aus dem Aubau- Verlag, ist auch dieses Cover ein Traum. Mir gefällt es nicht nur, dass die Cover verschwommen und somit recht altmodisch aussehen, sondern ich finde es auch klasse, welchen Wiedererkennungswert die Bücher haben. Wie wunderschön müssen nur all die Bücher der Reihe nebeneinander im Regal aussehen...
Wie schon erwähnt, finde ich das Cover schön. Es ist verträumt und gleichzeitig auch etwas märchenhaft, mir gefällt besonders gut die blassrosa Schriftfarbe, die sich perfekt in das Gesamtbild eingliedert. Ein passendes Detail ist die Umrandung des Covers in dem zarten rosa, eine Hommage an die Verpackung des Parfüms No 5 .


Die Schreibweisen fand ich von der ersten Seite an sehr angenehm, die Handlung wurde sehr interessant dargestellt und dazu hat auch die genutzte Sprache beigetragen. Sie war nicht umgangssprachlich, aber auch nicht zu hochtrabend und gestelzt. Sehr angenehm zu lesen und hilft bei einem flüssigen Lesen.
Zusätzlich gibt es noch eine vereinzelte Streuung von französischen Begriffen, die sich perfekt in den Gesamttext einfügen, sowie dem Buch und auch der Schreibweise Charme verleihen. Hierbei finde ich es sehr gut gewählt, dass die Begriffe so gewählt wurden, dass auch Menschen, die des Französischen nicht mächtig sind, den Kontext verstehen und der Lesefluss dadurch nicht unterbrochen wird, indem der Leser erst die Bedeutung des Wortes nachschlagen muss.


Im Roman wurden immer mal wieder kurze zeitliche Rückblicke eingefügt, die durch Kursivschrift besonders hervorgehoben wurden. Dadurch erhielt man spezielle und wichtige Einblicke in die Vergangenheit und konnte manche Situationen besser einschätzen, sowie verstehen.


Ich weiß immer noch nicht ganz, was ich von der Coco Chanel aus dem Roman halten soll. Einerseits fand ich sie fantastisch dargestellt, genau so, wie ich sie mir charakterlich immer vorgestellt habe. Auf der anderen Seite hätte ich mir von ihr mehr Launen gezeigt, sie hat zwar auch im Buch um Boy getrauert und ihre anchdenkliche Seite gezeigt, ich hätte es aber schön gefunden, wenn sie auch mal ihre Emotionen vollkommen gezeigt hätte, z.B.: einen Wutausbruch. So wirkte Coco auf mich etwas zu beherrscht und auch zu stereotyp.
Während des Romans sind viele historische Persönlichkeiten aufgetaucht, die alle eine zeitlang eine große Rolle gespielt haben. Ich fand es sehr interessant zu lesen, was sich für Kreise und Bekanntschaften entwickelt haben, sowie die ganzen Liebschaften, die geherrscht haben. Dadurch entstand auch für mich viel Abwechslung, da die ganzen Protagonisten vollkommen unterschiedlich dargestellt wurden und somit viel Abwechslung geboten haben.


Die Geschichte rund um die Entstehung des Parfüms Chanel No 5 war stets präsent. Ich fand es sehr spannend zu lesen, wie dieses entstanden ist und wie viele Zufälle hier gewirkt haben. Es war spannend, Coco während des Prozesses zu begleiten, mit ihr durch verschiedene Orte zu reisen und Menschen kennenzulernen, die ihr alle mit der Herstellung geholfen haben.


Fazit:
Die Autorin erzählt eine teilweise fast unwirklich anmutende Geschichte über das Parfüm Chanel No 5, bei dessen Herstellung viele Faktoren zufällig entstanden sind. Besonders gut gefallen hat mir natürlich die Enstehungsgeschichte des Parfüms, aber auch der Schreibstil, der mir ein sehr flüssiges Lesen ermöglicht hat. Sehr eindrucksvoll ist außerdem der Bekanntenkreis von Chanel in Paris dargestellt, mit vielen unterschiedlichen Künstlern, z.B.: Pablo Picasso und Igor Stawinsky. Mein größter Kritikpunkt ist die teilweise für mich zu einfach gehaltene Figur der Coco Chanel, die für mich gerne mehr Vielfalt hätte zeigen können.


Bewertung: 4 von 5 Sternen


MarySophie
 

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